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Mo. - Do.* 8.00 bis 17.00 Uhr
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* zwischen 12:00 und 13:30 Uhr findet der Praxisbetrieb nur für bereits zuvor begonnene Untersuchungen statt, in dieser Zeit bleibt die Praxis nach außen geschlossen.

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Schilddrüsenuntersuchung

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, welches sich im unteren Halsbereich vorne befindet. Der rechte und der linke Schilddrüsenlappen liegen unmittelbar seitlich der Luftröhre an. Die Schilddrüse gehört zum hormonproduzierenden System der zahlreichen inneren Drüsen. Die Schilddrüsenhormone greifen in viele Körperfunktionen ein; eine Schilddrüsenfehlfunktion (also eine krankhafte Über- oder Unterproduktion von Schilddrüsenhormonen) wirkt sich z.B. auf den Herzrhythmus, den Blutdruck, die Verdauung, das Gewichtsverhalten, die Temperaturregulation, den Stoffwechsel zahlreicher Organe und Gewebe (so auch der Muskeln, Nerven, des Fettgewebes, der Knochen sowie anderweitiger Hormondrüsen) und dadurch stark auf das körperliche und seelische Befinden aus.

Weitaus häufiger als Störungen der Schilddrüsenfunktion sind allerdings krankhafte Veränderungen der Schilddrüsengröße und -struktur: eine knotige Umwandlung oder Vergrößerung (sog. „Struma“, umgangssprachlich „Kropf“) findet sich in Deutschland bei annähernd einem Drittel der Gesamtbevölkerung. In seltenen Fällen kann sich hinter einem Schilddrüsenknoten auch eine Krebsgeschwulst verbergen, weit überwiegend handelt es sich jedoch um gutartige Knoten. Des Öfteren kommen auch entzündliche Veränderungen der Schilddrüse vor. Sämtliche Fachärzte unserer Praxis besitzen langjährige Erfahrungen und einen hohen Spezialisierungsgrad für Schilddrüsenerkrankungen. Sie wurden in Universitätskliniken ausgebildet, die zu den bedeutenden deutschen Schilddrüsenzentren zählen.

Ablauf der Schilddrüsenuntersuchung

Zunächst werden unsere Ärzte mit Ihnen ein Gespräch über den Grund Ihrer Vorstellung bei uns und Ihre Beschwerden führen. Die weitere Diagnostik wird dann für jeden Patienten individuell geplant. Es können eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse, eine Blutentnahme zur Labordiagnostik und eine Schilddrüsenszintigraphie oder weitere Untersuchungen erforderlich werden. All diese Untersuchungen sollen es ermöglichen, die genaue Art und den Behandlungsbedarf Ihrer Schilddrüsenerkrankung zu ermitteln. Die endgültige Diagnose können wir Ihnen unmittelbar nach Abschluss der Untersuchungen zumeist noch nicht mitteilen, da hierfür auch die Ergebnisse der Labordiagnostik maßgeblich sind. Es wird dann ein Brief an Ihren zuweisenden Arzt verschickt, in dem sämtliche bei uns erhobenen Befunde zusammengefasst sind und die für Sie optimale Therapie empfohlen wird. Am Ende dieses Kapitels ist die Spezielle Vorbereitung für die Schilddrüsenuntersuchung erläutert.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Den meisten von Ihnen wird eine Ultraschalluntersuchung – z.B. des Bauches – geläufig sein. Bei der Sonographie der Schilddrüse wird eine hochauflösende Schallsonde verwendet, die bereits wenige Millimeter kleine Veränderungen der Gewebestruktur erkennbar macht. Darüber hinaus können die Größe der Schilddrüse und etwaiger Knoten vermessen werden. Bildlich ausgedrückt, ermöglicht die Sonographie die Erstellung einer „Landkarte der Ausmaße, Form und Struktur“ des Organs. Darüber hinaus ist in unserer Praxis auch die Durchführung einer sog. Farbduplexsonographie möglich. Hierbei läßt sich der Blutfluss in den winzigen Gefäßen des Schilddrüsengewebes darstellen, wodurch zusätzliche Informationen zu einigen Krankheitsprozessen gewonnen werden können. Die Sonographie ist nicht belastend und kann auch jederzeit bei Kindern und Schwangeren durchgeführt werden.

Ablauf einer Schilddrüsensonographie: Sie müssen sich hierzu nicht entkleiden, sondern nur den Hals freilegen; hochgeschlossene Kleidung oder Ketten sollten allerdings vermieden werden. Sie liegen mit etwas überstrecktem Kopf auf einer Untersuchungsliege. Nachdem eine geringe Menge Ultraschallgel (läßt sich anschließend wieder spurlos abwischen) auf die Haut aufgebracht wurde, kann die Untersuchung beginnen; sie dauert nur wenige Minuten.

Labordiagnostik

Unsere Praxis verfügt über ein Speziallabor, in dem spezifische Werte für Schilddrüsenerkrankungen bestimmt werden können. Dabei handelt es sich um die freien, biologisch wirksamen Anteile der beiden Schilddrüsenhormone T3 und T4, um das Schilddrüsen-Steuerhormon TSH, ferner um charakteristische Werte für verschiedene Schilddrüsenentzündungsformen sowie um spezifische Tumormarker. Hierzu wird nur eine geringe Menge Blutserum benötigt. Die meisten Laborwerte liegen spätestens bis zum folgenden Werktag vor.

Unsere Praxis besitzt einen modernen Laborautomaten des hier abgebildeten Typs. Hiermit können viele Schilddrüsenwerte bereits innerhalb einer Stunde nach erfolgter Blutabnahme bestimmt werden. Für einige spezielle Werte sind andere – zum Teil zeitlich aufwendigere – Analyseverfahren erforderlich.

Schilddrüsenszintigraphie

Im Vergleich zu Sonographie ermöglicht die Szintigraphie die Erstellung einer „Landkarte der regionalen Funktion“ des Schilddrüsengewebes (während die Bestimmung der Schilddrüsenhormone aus der Blutprobe lediglich Auskunft über die Gesamtfunktion des Organs liefert). Hierfür wird eine Eigenschaft ausgenutzt, die in dieser Ausprägung einzigartig für das Schilddrüsengewebe ist: die Fähigkeit, Jod in die Zellen aufzunehmen. Zu diesem Zweck wird eine geringe Menge einer diagnostischen Substanz in eine Vene (zumeist in der Ellenbogenregion) gespült, ohne daß hierdurch Nebenwirkungen verspürt werden. In der Regel erfolgt diese Injektion in Verbindung mit einer ohnehin erforderlichen Blutentnahme. Die Inhaltsstoffe der diagnostischen Substanz werden vom Schilddrüsengewebe vorübergehend in ähnlicher Weise wie das natürliche Jod aufgenommen. Dabei erfolgt die Aufnahme in Gewebeanteilen mit hoher Stoffwechselspezialisierung besonders stark. In Geweberegionen, welche diese Spezialisierung nicht besitzen bzw. hormonell inaktiv sind, ist die Aufnahme der Substanz entsprechend vermindert.

Die verabreichte Substanz ist leicht radioaktiv, d.h. sie sendet vorübergehend Gammastrahlung aus, eine sehr schwache Art von Röntgenstrahlung. Nach etwa 20 Minuten kann mittels einer Gammakamera eine Aufnahme von der Verteilung der diagnostischen Substanz in der Schilddrüse angefertigt werden. Die Gammakamera selbst sendet im Gegensatz zu einem Röntgengerät keine Strahlung aus, sondern ist lediglich ein hochempfindlicher Empfänger. Das häufigste Einsatzgebiet der Schilddrüsenszintigraphie ist die weitere Abklärung von Knoten. Da die weitaus meisten Schilddrüsenknoten gutartig sind, müssen diese in der Regel nicht punktiert oder gar operativ entfernt werden, wenn sie sich in der Szintigraphie harmlos darstellen.
Szintigraphische Aufnahme an der Schilddrüsenkamera
Szintigraphische Aufnahme an der Schilddrüsenkamera, die in sitzender Position stattfindet und etwa 5 min dauert (das Kinn ist auf einer Halterung gelagert). Während dieser Zeit sollte der Patient nach Möglichkeit das Schlucken einschränken. Die Abbildungen rechts zeigen beispielhaft Szintigramme von zwei Schilddrüsen, die jeweils einen Knoten im unteren Anteil des linken Schilddrüsenlappens aufweisen. Im oberen Szintigramm ist ein „heißer“ Knoten erkennbar, d.h. die diagnostische Substanz wurde von diesem Knoten besonders stark aufgenommen, was für eine Gutartigkeit des Gewebes spricht (allerdings kann die gesteigerte Stoffwechselaktivität dieses Knotens in einigen Fällen eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen). Dagegen zeigt der Knoten im unteren Szintigramm eine verminderte Aufnahme der diagnostischen Substanz („kalter“ Knoten), d.h. er hat die Spezialisierung des normalen Schilddrüsengewebes teilweise verloren. Derartige Knoten müssen hinsichtlich einer etwaigen Bösartigkeit oftmals weiter abgeklärt oder beobachtet werden.

Die Schilddrüsenszintigraphie geht mit einer geringen Strahlenexposition (0,9 Millisievert) einher. Obwohl diese nur etwa ein Drittel der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung in Deutschland beträgt, wird die Szintigraphie bei schwangeren und stillenden Frauen in der Regel nicht durchgeführt. Bitte informieren Sie uns unbedingt, sofern dies auf Sie zutreffen sollte. Wenn Sie an weiteren grundsätzlichen Details zur Radioaktivität und ihrem Einsatz in der Medizin interessiert sind, möchten wir Ihnen das pdf „Allgemeine Informationen zur Nuklearmedizin“ als Lektüre empfehlen.

Spezielle Vorbereitung für die Schilddrüsenuntersuchung

Damit die Interpretation der erhobenen Befunde und Ihre Beratung optimal erfolgen können, sollten Sie sämtliche eingenommenen Medikamente (insbesondere Schilddüsenmedikamente) und etwaige Nahrungsergänzungsmittel präzise mitteilen können – schreiben Sie diese gegebenenfalls auf einen kleinen Zettel. Für die Labordiagnostik und die Szintigraphie kann es erforderlich sein, dass einige Medikamente zuvor abgesetzt oder anders eingenommen werden müssen. Schilddrüsenhormontabletten (z.B. L-Thyroxin, Euthyrox, Eferox) sollten am Morgen des Untersuchungstages noch nicht eingenommen werden (im Anschluss an die Untersuchung kann die Einnahme nachgeholt werden). Im Zweifelsfall bitten wir Sie, dies bei der Vereinbarung des Untersuchungstermines zu erfragen.

Sofern eine Schilddrüsenszintigraphie erfolgen soll, muss in den Wochen zuvor eine übermäßige Jodzufuhr vermieden werden, da ansonsten die Aufnahme der von uns verabreichten diagnostischen Substanz in die Schilddrüse blockiert sein kann. Insbesondere gilt dies für Röntgenkontrastmittel, die beispielsweise im Rahmen einer Computertomographie, röntgenologischen Gefäßuntersuchung oder Nierenuntersuchung verabreicht wurden: hier empfiehlt sich ein mindestens 1-monatiger Abstand zur Schilddrüsenszintigraphie (für Mittel, die im Zusammenhang mit anderen nuklearmedizinischen Untersuchungen oder einer Kernspintomographie verabreicht wurden, gilt dies dagegen nicht).

Weitere Untersuchungen

Abhängig von den Ergebnissen der oben geschilderten Untersuchungsverfahren können im Einzelfall weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich werden. Hier wäre beispielsweise die Schilddrüsenpunktion zu nennen, bei der unter Ultraschallkontrolle gezielt eine sehr dünne Nadel in bestimmte Stellen des Gewebes vorgeschoben wird. Dadurch können Zellen angesaugt werden zur mikroskopischen Beurteilung einer Gut- oder Bösartigkeit von Schilddrüsenknoten, oder es kann eine mit Beeinträchtigungen einhergehende Zyste (umschriebene, ballonartige Flüssigkeitsansammlung) entleert werden. Die Schilddrüsenpunktion ist in der Regel nicht schmerzhafter oder gefährlicher als eine normale Blutentnahme, und die meisten Schilddrüsenveränderungen liegen nur in geringer Tiefe unter der Hautoberfläche. In einigen Fällen ist eine Punktion nicht möglich (z.B. unter Einnahme von Medikamenten, die stark die Blutgerinnung hemmen), oder die alleinige mikroskopische Untersuchung ist nicht zur Beurteilung der Knoten ausreichend. Dann kann bei suspekten „kalten Knoten“ eine weitere Art von Schilddrüsenszintigraphie, die sog. Sestamibi-Szintigraphie, angezeigt sein. Diese ist zeitlich etwas aufwendiger als die übliche Schilddrüsenszintigraphie und muss separat durchgeführt werden. Bei unauffälligem Ausfall der Sestamibi-Szintigraphie läßt sich eine Bösartigkeit des „kalten“ Schilddrüsenknotens mit statistisch 98%iger Sicherheit ausschließen.

Therapie

Wenn alle erforderlichen Untersuchungsergebnisse vorliegen, können unsere Ärzte eine Aussage dazu treffen, ob und in welcher Form eine Behandlungsbedürftigkeit vorliegt. Oftmals ist es lediglich erforderlich, Medikamente einzunehmen. Diese sind zumeist gut verträglich bzw. weisen bei richtiger Dosierung nur selten Nebenwirkungen auf.

In einigen Fällen sind weitergehende therapeutische Maßnahmen nötig. So sollte beispielsweise eine Schilddrüsenoperation in Erwägung gezogen werden, wenn ein sehr großer und wachsender Kropf vorliegt, oder bei auf Bösartigkeit verdächtigen Knoten, mitunter auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion, wenn diese anderweitig nicht zufriedenstellend behandelbar ist. Ein weiteres Behandlungsverfahren ist die Radiojodtherapie, welche bei einigen Schilddrüsenerkrankungen eine Alternative zur Operation darstellt oder sogar die Therapiemethode der 1. Wahl sein kann: medikamentös nicht zufriedenstellend behandelbare Schilddrüsenüberfunktion oder lokal beeinträchtigende Struma (sofern keine suspekten Knoten vorliegen). Ebenfalls eingesetzt wird die Radiojodtherapie - ergänzend zur Operation - in der Schilddrüsenkrebsbehandlung. Sowohl für die Operation als auch für die Radiojodtherapie ist ein stationärer Krankenhausaufenthalt von einigen Tagen erforderlich.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß sich die meisten Schilddrüsenerkrankungen gut behandeln bzw. heilen lassen. Selbst der glücklicherweise nur selten vorkommende Schilddrüsenkrebs besitzt – abgesehen von wenigen Ausnahmen – zumeist gute Heilungschancen, da er sich in vielen Aspekten von den gängigeren Krebsarten unterscheidet und dadurch besondere therapeutische und diagnostische Ansatzpunkte bietet. Entscheidend ist neben der richtigen Diagnose die optimale Therapieplanung sowie die enge Kooperation unserer Praxis mit anderen beteiligten Fachrichtungen, um unseren Patienten eine umfassende interdisziplinäre Betreuung bieten zu können. So arbeiten wir beispielsweise eng zusammen mit folgenden medizinischen Einrichtungen:

  • Zentren für Schilddrüsenchirurgie (Schilddrüsenoperationen)
  • Kliniken für Nuklearmedizin (Radiojodtherapie)
  • Spezialisierte Augenärztliche Einrichtungen (Augenerkrankung bei der Schilddrüsenüberfunktion vom Typ Basedow)
  • Pathologische Institute (Untersuchung von Schilddrüsengewebeproben)